Wortklassenspezifische Phonetik und ihre Repräsentation im Lexikon

Projektleitung

(Laufzeit: 01.03.2015-28.02.2019)

Zusammenfassung

Jüngere Forschung hat gezeigt, dass Wörter für die traditionell die gleiche Aussprache angenommen wurde, sogenannte Homophone, systematische phonetische Unterschiede aufweisen. Dieser Befund stellt Annahmen traditioneller Modelle phonologischer Repräsentation und Sprachproduktion in Frage. Das vorliegende Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zu diesem emergenten Forschungsfeld, indem es phonetische Realisationsunterschiede zwischen homophonen Wörtern unterschiedlicher Wortklassen analysiert. Der Fokus liegt dabei auf Nomen-Verb Homophonen des Englischen, also Wörtern, die sowohl als Nomen als auch als Verb benutzt werden können, wie beispielsweise profit oder notice. Bei diesen Wortpaaren handelt es sich um ein weitverbreitetes Merkmal des englischen Lexikons. Bezüglich der phonetischen Realisation dieser Wörter ist bekannt, dass sie durch die unterschiedlichen Satzpositionen in denen Nomen und Verben verwendet werden, unterschiedlich stark sogenannten Längungseffekten unterworfen sind. Über diesen Einfluss hinaus, gibt es jedoch erste Evidenz, dass weitere systematische Ausspracheunterschiede existieren, die nicht durch den syntaktischen Kontext erklärbar sind. Ziel des Projekts ist eine umfassende empirische Untersuchung der phonetischen Unterschiede dieser Nomen-Verb Homophone. Dafür sollen sowohl Daten aus Korpora gesprochener Sprache, als auch Elizitationsdaten herangezogen werden. Darüber hinaus soll die Wahrnehmung phonetischer Unterschiede zwischen Nomen- und Verbaussprache analysiert werden. Daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen, ob phonetische Merkmale von Sprechern zur Wortklassenbestimmung herangezogen werden. Durch die Untersuchung der Produktions-, als auch der Wahrnehmungsaspekte leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Repräsentation phonetischer Realisationsunterschiede in einem substantiellen Teil des englischen Lexikons.

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